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Bligg, der verstossene Sohn des Schweizer Rap?

«Bligg und das Ende des Schweizer Rap», heisst es im Titel eines Online-Artikels. Und dieser wird bereits kurz nach der Veröffentlichung heiss diskutiert – so wie sonst eher Stories mit ‚Ausländer‘-Themen diskutiert werden. Und Ihr wisst ja sicher, wie dort die Kommentare oft beginnen, nämlich mit: «Eigentlich habe ich ja nichts gegen…, aber…»

Also. Eigentlich habe ich ja nichts gegen Bligg, aber wenn einer der erfolgreichsten Schweizer Musiker der letzten Jahre den Kopf für das Ende des Schweizer Rap hinhalten soll, muss meine Wenigkeit natürlich seinen digitalen Senf dazugeben. Schliesslich ist mir Schweizer Rap ja nicht wurscht. Bligg ist nicht Schweizer Rap, er ist ein Schweizer Rapper. Und ein Biedermann, wie man liest…

Bligg ist mit seinem Biedermann-Image zum bekanntesten Aushängeschild des Schweizer Rap geworden. Da stellt sich die Frage, ob man dieses Genre nicht gleich ganz abschaffen sollte,

schreibt Michèle Binswanger (auch bekannt vom grandiosen Mamablog oder durch sieben Jahre alte Härd-Artikel). Schweizer Rap abschaffen?! Klar, eine typische Zuspitzung/Provikation eines Journis. Trotzdem stellen sich hier wohl viele die Frage: Gehört Bligg denn noch zum Schweizer Rap? Ich finde ja! Nur weil der bärtige Gölä-Kumpel nun – 15 Jahre nachdem er zum ersten Mal auf einem Tonträger zu hören war – im Musik-Mainstream den Ton angibt und zweifelsohne Pop-Musik macht (was ja keineswegs schlecht sein muss), heisst das doch noch lange nicht, dass er nicht mehr zur Szene gehört, in der er gross geworden ist und die er mitgeprägt hat. Jan Delay etwa ist in meinen Augen auch immer noch einer der krassesten deutschen Rapper, obwohl er seit Jahren ’singt‘ (i like). Rapper zu sein hat für mich auch immer etwas mit dem «Mindset» (wie Thorsten Fink sagen würde…FCB olé!;) zu tun, mit einer inneren Haltung. Und diese Attitude lässt man nicht so einfach fallen. Auch nicht, wenn man sich von seinem musikalischen Ursprung (weit?) entfernt hat. Wieso auch? M. B. verwundert das trotzdem:

Irritierend ist nur, dass er gewillt ist, auch als Biedermann an seiner Rapper-Pose festzuhalten.

Mich irritiert viel eher, dass Bligg exemplarisch für den Schweizer Rap sein soll und mit seinem Wandel zum Pop – der ja nicht unbedingt eine Abkehr vom Rap bedeuten muss – nun das Ende des Genres einläuten könnte.

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