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onYva-Zeedel 2015: G.N.U. – Gib nid uff

Wer uns am Cortège verpasst hat. Oder wer von uns keinen Zeedel verpasst bekommen hat – unter dem Bild könnt ihn meinen onYva-Zeedel in digitaler Form nachlesen.

Und hier gibts meinen Text «Was ich an der Basler Fasnacht liebe», den ich für VICE geschrieben habe.

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G.N.U. – Gib nid uff

D Stadt isch ruhig, kai Windli waiht
Kai Sunnestraahl, kai Güggel kraiht
Dr Bode bebt und Schyybe zittre
Es donnered als wurds go gwittre
E dunkli Front am Himmelhoof
Verschreggt grad die verschupfte Schoof
Wo stuunend steehn am Stroosserand
Si gseehn si ko – e schwarzi Wand
Die walzt sich vorwärts, kunnt im Nu
Denn sinn si do, die wilde Gnu

Das Bild, dä Biss, die Poesyy
E woors Gedicht – so muess es syy!
So subversiv, mit Intelläggt
Subtil, debil und doch diräggt
Dä Zug, das Goschdyym, s passt perfäggt!
Dä Gaischtesblitz verdient Reschpäggt.

Nur aini isch ganz durenand
Drbyy kunnt die nid mol vom Land
So stooht döört ganz verdattered
Mit me Gebiss wo glappered
D Frau Sarasin am Stroosserand
Voll Zwyyfel iiber iir Verstand:
Die onYva, s isch unerheert
Wie die jetzt do dr Cortège steert!
Es glepft, es raucht, s isch ai Radau
E Härde Gnu, e bitzli blau
Jä Sinn das Schlimpf, y gseehs nid gnau?
Do druss wird wiirgglig kaine schlau
Dä Kaktus döört git au kai Sinn
Är drummled wild – y glaub y spinn
Als ob das noonig gniegend wär
Pfyfft vorne draa e Legionär
Und zwischeninn, s isch wie im Waan
E Meerjumpfere – filigran
Fascht wien e Hirt wirft die dr Stogg
Und danzt in iirem Schuppe-Rogg

Do hauts aim fascht dr Nuggi uuse
Dr Sarasin blybt nur no s Gruuse
Si schimpft und speyt grad Gift und Galle
Will kain das Sujet doo ka schnalle
Drum will si jetzt e Zeedel kralle
Dr Vortrab wird grad iiberfalle
E Schrey, e Schlag, denn gheert mes knalle
Si zaigt dr Zeedel, foot aa lalle
Doch kain verstoots, die Wort verhalle
Will iir Gebiff isch uusegfalle

Grad nääbe dere alte Grytte
Foot s Bublikum jetzt aa mit strytte
Die Gnu sinn doch, sait aine hässig
Als Sujet huere chaibe gschpässig
Die Glygge, s gooht mr geg dr Strich
Will, dass ych mir dr Kopf zerbrich
Die stiirme tobend um dr Egge
Und maine, dass mir das denn tschegge
Gib Bier statt Gnu! Nid iiberlegge!
Die Viicher solle grad verregge!

Ganz anderscht gseeht das s Annegreet
Wo straahlt wien e scheen Bluemebeet:
Dä Schlumpf, die Gnu, dä Legionär
Das Zämmeschpiil isch legendär!

Doch was die Lytt jetzt noonig wisse
Si wärde laider grad bitz bschisse
Fiir alli, wo dr Sinn vermisse
Dien mir jetzt mol dä Helge hisse:
«G.N.U.» stooht do fir «Gib nid uff»
Au nid im allergreeschte Buff
Dr Zuesatz, wo eych woohl nid gfallt:
«Es het e jede schon e mol e Sujet nid gschnallt»
Das isch e sanfte Stich in d Sytte
Geg all die gschyyde Dängger-Glygge
Äxgyysi fir dä frächi Tritt
Mir wänn gar nid, dass es Sinn gitt!
www.onyvabasel.ch

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TripleNine-Exclusives an der Bounce-Cypher

Black Tiger, Shape, KWAT, E-Light und TripleNine – Basel war gut vertreten an der grossen Bounce-Cypher bei SRF Virus (hier die Zusammenfassung). Hier der TripleNine-Ausschnitt von Silenus, Abart und meiner Wenigkeit.

Ebenfalls erwähnenswert: Der hammerharte Chilz-Part. Unter dem Foto gibts zudem den Text zu meinem Exklusive.

Foto: Oli Baer/SRF

Foto: SRF Virus/Oli Baer (rundumsbild.ch)

Fetch-Exklusive
TripleNine-Schabernack, lueg e mol die Basler aa.
Mach nid ein uff Jesus, mir nagle di an Marterpfahl.
Red nid vom Nordweschte als wär das no s Neandertal.
Ihr hänn schöni Pussies, doch krieged do e Schwanz in Arsch.
Anderscht hart.
Elefante uff em Bölche, dr Fetch isch ihre Hannibal.
E B-Boy im Cypher, y step mol uf s Laminat.
Brandhärd isch back – Pathos und Panzerstahl.
Sie würde uns gärn abschryybe.
Ihr sinn mini Kinder, viellicht hätt-y sötte abtryybe.
Sage mr Bounce wär e Laufstäg.
Was wär dr lieber so rein vom Sound här?
Mode oder Stil? Zytlos oder progressiv?
Bi uns seit me bite, wenn willsch Opfer syy.
Schön gseehsch uss im superänge Shirt.
Im Cypher könnt me meine, dass vor schwule Männer twerksch.
Aber easy au ych bi mängmol e schräge Kauz.
Z fuul zum doubletime, y penn lieber uff dr Couch.
Exklusiv – so kriege drs bi Bounce.
Straight dr Nase noo, wie im Pablo si Schnauz.
Und spicy, wie sini Chicken-Pfanne.
Bier und Beats – mehr kasch nid verlange.
Hardcore-hängebliebe wie Serrano Schinke.
Ladies läcke Lippe wenn sie mir am Bahnhof winke.


Gratis auf Soundcloud: TripleNine – Giftig (2007)

Als kleines Dankeschön für die grosse Resonanz auf unsere FCB-Titelhymne «Fünf» – und damit man TripleNine nicht nur wegen der Maischtertracks kennt – haben wir unser Debut-Album «Giftig» aus dem Jahr 2007 komplett ins Netz gestellt. Gratis, versteht sich. Danke für den Support und viel Spass! Das dritte TripleNine-Album ist übrigens in der Mache.

«Giftig» ist das Debut-Album der 2006 in Brandhärds Milieu-Studio gegründeten Basler Rap-Allstarcrew TripleNine. Gründungsmitglieder sind die Beatproduzenten Fierce (Brandhärd), SimonAyEm (auch Rapper) und DJ Johny Holiday (Brandhärd)sowie die Rapper Abart (Taktpakt), Fetch (Brandhärd), Jean Luc Saint Tropez (Stuuberocker), Thierrey (Freakanoid) und Zitral (Stuuberocker). Ebenfalls Teil der Crew ist Graffiti-Legende und Hausgrafiker Kron.


Sonne, Bier und Eishockey – die Fasnacht 2014

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Die drey scheenschte Dääg 2014 sind passé und es gibt gar, aber auch gar nichts an ihnen auszusetzen. Sommerwetter, eine Clique voller junger, intelligenter, hübscher Menschen und eine sauf- und rauffreudige Zyschtigs-Truppe – alles perfekt. Die Clique ist natürlich, wie allewyyl seit 2010, die onYva und die Chaos-Truppe am Fasnachts-Dienstag kennen Kenner als Neys Zyschtigs Ziigli.

Bevors hier meinen Zeedel 2014 in voller Länge nachzulesen gibt (Ihr habt ihn mir ja eh alle schon am Strassenrand aus der Hand gerissen, oder?;), hier noch das Video zum Eishockey-Gaudi am Zyschtig. Selten waren wir beim Znacht so zerstört – und es lag nicht am Bier.

NeysZyschtigsZiigli_2014_Eishockey_selection1

onYvoit – gäll de kennsch mi

onYva_2014_MorgestraichDie Wänd hänn Oore, Bildschirm Auge
Si gseen-ys, au wenn mirs nid glaube
Mir sörfe, tschätte, lache, schnaube
Derwyyl si unsri Date raube

Hänn Spanner friehner still und haimlig
Dur s Schlisselloch gwogt ai bis zwai Bligg
Wirsch hitt beschpitzled wenn d dehaim bisch
Vo jedem Gräät wo grad online isch
Näb Händy, Compi – wie grad jetz
Isch au dr Yysschrangg bald am Netz
Au Duschi, Toschter, Woog und Oofe
Vrroote di und dyni Goofe

Dr groossi Brueder luegt und sammled
Waiss wenn du pennsch und wenn d hesch grammled
Mi dschuuderets, wie dä mi kennt
Wenn d Fyyrweer kunnt bevors scho brennt
Und jedes fir mi gmachte Buech
Uf Google zaigt – bevor ys suech
Dä waiss vermuetligg, s isch zem Schysse
Scho jetzt wenn ych ins Gras muess bysse

Dr Hollande sait grad zem Obama
Die Angie Merkel macht scho Drama
Am Delifon nur im Pyjama
Haig sie e Ussbrooch wien e Lama
Do wurd sogar dr Putin gay
Waiss d NSA, s sig voll okay

Dr Edward Snowden Siibesiech
Dä macht scho Zyyg won ych nid miech
Wo dä sie Näsli yynesteggd
Sinn alli pletzligg ganz verschreggd
Jä wär hett nid au Drägg am Stägge?
Statt Ärscher muesch jetzt Wunde lägge

Dr Wüethrich Ursli ka nid schloofe
Das sig e riise Kataschtroofe
Är haig no Lyyche untrem Bett
E Läbtob wo kain gfunde hett
Deert druff haigs no ganz haiggli Aggte
Vyyl schlimmer als die Speese-Faggte
Die zaige dass sy Halbkantoon
Scho jetz barat wär fir d Fusioon

onYva_Fasnacht_2014_1Nur Brischt und Ärsch, es goot em myys
Die Hell isch taarnt als Paradyys
No ai, zwai Cligg, denn heert är uff
Im Netz dr Scheff doch suscht nur Buff
Doch pletzligg – ping – e neye Tschätt
E Myggeli schrybt ihm ganz nätt
Ob är nid au e Webcam hätt?
Es isch erheert, sy Schtossgebätt!
Si syg sunscht nid so, sait si schyych
Und macht sich frey, är duets ‚re glyych
Si zaigi grad no vyyl, vyyl mee
Doch will zerscht syni Palme gsee
Är dänggt nimm vyyl, isch nur no schpitz
Und fummled an sym Hooseschlitz
In däm Momänt e lutte Knall
Doch gracht hetts nid im Hoosestall
Dur d Diire stirmt grad d Bolizey
Das Lueder macht e riise Gschrey
Denn die het syni Kronjuweele
Grad filme welle zum en gweele
Am Bildschirm winggt e Bull mit Helm:
Du hesch jetz Gligg gha, huere Schelm!
Mit rootem Gsicht will säll grad wisse
Wie sis gmerggt hänn, dass är wird bschisse
Dr Schugger lacht und sait, si haige
Ihn nur benutzt zem allne z’zaige
Wo sich die Cyber-Schelm verstegge
Nachdäm si sexy Fährte legge
Si haige ihn halt observiert
Und gmerggd, dass das guet funktioniert
Will ain, wo mit dr Lände dänggd
Jo sicher bald in d Schyssi länggd
Drum hebed acht im Web dehai
Bim sörfe sinn dr nie elai
Wär sich im Internetz verstriggt
Wird irgendwenn grad dobbled gfiggt


MC Rene in Basel – das Video-Interview

Diese Woche machte der rastlos rollende Nonstop-Interrailer MC Rene aka Reen einen Zwischenhalt im F A K T Basel. Ich habe die Gelegenheit für eine ausführliches Video-Interview genutzt, in dem der 36-Jährige erklärt, warum er sein bürgerliches Dasein hinter sich gelassen hat für ein Leben auf Reisen und ohne viel Besitz und warum er darüber ein Buch geschrieben hat. Zudem sagt Reen, was er vom aktuellen Deutschrap-Hype hält. Hier mein «Schlaglicht»-Blog dazu.


Ein Gay-Callboy kämpft an mehreren Fronten

Dieser Artikel erschien erstmals am 20. Januar in der Basler Zeitung.
Der Basler Sex-Arbeiter Mateusz Skibinski erzählt, was er zur HIV-Prävention und gegen tobende Ehefrauen unternimmt. Dabei kann er sich auch Andeutungen zu prominenten Interessenten nicht verkneifen.
Kämpft um Anerkennung und Akzeptanz: Callboy Mateusz Skibinski hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Kämpft um Anerkennung und Akzeptanz: Callboy Mateusz Skibinski hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Es grenzt an ein Wunder, dass uns die Nachricht von Mateusz Skibinski überhaupt erreicht hat. Normalerweise werden Mails, deren Absender­namen sich aus den Wörtern Amor, Gay und Callboy zusammensetzen, vom Spam-Filter eliminiert. Nicht so dieses Mal. Und so erfahren wir, dass sich der 28-jährige Wahlbasler für eine bessere Akzeptanz schwuler Sexarbeiter und gegen die Ausbreitung des HI-Virus einsetzt.

Wir treffen Skibinski, den seine ­Kunden als Callboy Mateusz kennen, in der Bar des Hotels Trois Rois. Hier fühlt er sich wohl, mag das edle Ambiente und die Diskretion. Trotz seinem distinguierten Auftreten wirkt der gebürtige Pole im Nobelhotel wie ein Paradies­vogel: extrovertierte Frisur, knallgelbe Rüeblihosen, das Shirt mit Strass-­Steinen verziert, dazu Lackschuhe. Die Brille ist von Prada, die Tasche von Louis Vuitton. Neben schönen Hotels und Kleidern mag er Theater, Opern und Museen. Orte, an denen auch Skibinskis Kunden verkehren. Diese seien nicht selten prominent, meist sogar verheiratet. Hier gäbe es einige Anekdoten zu erzählen. Aber erstens gehört Diskretion zum Callboy-Job und zweitens ist Skibinski hier, weil er Wichtigeres zu sagen hat.

Gegen das ewige Versteckspiel

«Als schwuler Ausländer aus der Sexbranche ist man dreifacher Aussenseiter», findet er. Sein Ziel ist, dass Homosexualität und Sexarbeit als normal angesehen werden. Als Callboy fühlt sich der Pole auch von der Gay Community nicht immer akzeptiert – was ihm zu schaffen macht. Zu Skibinskis Vision gehört, dass sich Schwule getrauen, zu ihrer Sexualität zu stehen. Insbesondere Ehemänner und Familienväter, die einen wesentlichen Teil seiner Kundschaft ausmachen. «Ich will, dass dieses Versteckspiel ein Ende hat», erklärt der Sex-Worker.

Dass Callboy Mateusz Sex mit ­verheirateten Männern hat, bereitet ihm kein schlechtes Gewissen. «Die sind nicht untreu», findet er, «denn ihre Frauen können sie nicht so befriedigen wie ich.» Es sei schon vorgekommen, dass ihn eine Ehefrau mit ihrem Mann in der Küche erwischt hat. «Wir waren nicht am Kochen», erinnert er sich schmunzelnd, «aber sie». Man habe die Situation danach ausdiskutiert. (mehr …)


Brandhärd live auf dem Barfi Pt. I

Acht Jahre nach der legendären «Nochbrand»-Première auf dem Barfüsserplatz Basel kehrten wir heute vor einer Woche auf den «Seibi» zurück – wieder im Rahmen des Jugendkulturfestival (JKF). Es wurde ein bombastisches Konzert mit einem Publikum, das seinesgleichen sucht – danke für den überwältigenden Support!  Dieses erste Konzert-Video enthält Ausschnitte der Tracks «Wägg wie dr Wind», «Träne in de Auge» und «Blackbox». Props und Dank an Gabe und die Jungs von «Swiss Trick Nation» für die krasse Akrobatik-Einlage! Und an Manoo und Tommy an den Cams. Der Schnitt ist von mir.