Beiträge mit Schlagwort “Alex Frei

Brandhärd am FCB-Neujahrsessen

Das war ein Jahresauftakt nach Mass: Zusammen mit Abart, Jean Luc Saint Tropez und Zitral durfte der Härd am Freitag als «Überraschungsgast» am Neujahrsanlass des FC Basel im Palazzo Colombino auftreten.

Wir wussten nicht wirklich, ob die beiden Meistertracks «Freinacht» (2010) und «Das isch Macht» (2011) ins Abendprogramm der erhabenen Gesellschaft mit Gourmet-Menu, Akrobatik-Einlagen, Gesang und Tanz passte. Er tat es! Pipi, Beni und Alex hats jedenfalls am Schluss nicht mehr auf den Stühlen gehalten und Heiko forderte danach unverholen und subito die Tracks ein.

Die Bilder stammen von Sacha Grossenbacher (danke!). Weitere Fotos, einen «Matchbericht» sowie ein zweites Kurzvideo gibt es auf der FCB-Homepage.

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Ja moi – Lautstarke Basler in der Allianz Arena

Das Spiel des FC Basel gegen Bayern München ging zwar mit 0:3 flöten (wie befürchtet…zu viel Euphorie macht mich immer misstrauisch). In Sachen Fan-Support aber haben die bis zu 10’000 Basler Fans den rund 56’000 Bayern-Anhängern gezeigt, wo der Hammer hängt.

Genau so hat es sich Valentin Stocker vor dem Spiel gewünscht, als er meinte, die Basler sollen einfach lauter sein als die Bayern. Die Fans des «grossen FCB» sind aber gemäss R.H. aus B. – ein bekannter Sportjourni aus der Region –  aber eh nur «Fussball-Touristen, die vor lauter fotografieren vergessen, Stimmung zu machen». Irgendwie hat er recht.


Es gibt viele Gründe, als Rapper zurückzutreten – und noch mehr, es nicht zu tun

Rap wird langsam alt, Rapper sowieso. Das äussert sich etwa darin, dass die Künstler heutzutage nicht mehr stumm von der Bildfläche verschwinden und im Massengrab der verblichenen und erstarrten Rapper landen, nein, neuerdings tritt man offiziell zurück. So wie ein Bundesrat, ein CEO nach der Ölpest, oder ein schwangeres Porno-Starlet. Scheinbar hat man auch diese Mode von den Amerikanern – siehe Jay-Z – übernommen. Ist ja auch cool, noch ein letztes Mal auf den Putz zu hauen und dem Nachhall des (medialen) Paukenschlages zu lauschen.

Clever gemacht haben es die Kollegen von Wurzel 5. Die haben den Rücktritt gleich zum Konzept des finalen Albums «Letschti Rundi» gemacht und danach eine ausgiebige Ehrenrunde durch die Schweizer Konzertlokale genossen, welche die Jungs mit dem zwiespältigen Backstage-Ruf noch ein letztes Mal mit offenen Armen empfingen. Einem Sterbenden schlägt man ja schliesslich keinen Wunsch aus. Ähnlich liefs mit den Medien. Allerdings war die Aufmerksamkeit absolut gerechtfertigt, schliesslich gehören die Chlyklass-Rapper mitunter zum Besten, was Rap aus der Schweiz bisher geboren hat. Zu dieser Kategorie gehört auch Griot, – früher als Mory unterwegs, noch früher als Basketballer Fly. Im Gegensatz zu Wurzel 5 hatte es der Basler aber wesentlich schwerer, auf Anklang zu stossen, ja gar verstanden – beziehungsweise respektiert – zu werden. Das lag sicher auch an seiner provokanten, unverblümten Art und an dem strassen-affinen Auftreten. Als einer der Ersten in der Schweiz zeigte Griot, dass man auch hierzulande auf (meist) ansprechende Art mit Gangster-Inhalten liebäugeln kann – und nicht nur das.

Die Medien jedoch, die sich immer wieder fasziniert zeigten von dem Rapper, der (fast) der gesamten CH-Rapszene den Mittelfinger zeigte, diese Medien hätten ihn immer nur in die Gangster-Schublade gesteckt, sagt Griot gegenüber 20minuten. Dabei habe er schon immer auch persönliche und berührende Tracks veröffentlicht. Das stimmt absolut! Nur hat Griot zu seinem Bad-Boy-Image selbstverständlich stets aktiv beigetragen, schliesslich hat er als Rapper ja auch davon profitiert. Nur war es halt schwer in einer Schweiz auf Akzeptanz zu stossen, in der die Meisten kein ernsthaftes Leid erleben müssen und in der viele Leute die rauhen Strassentexte nicht (richtig) verstehen, weil sie nicht über das HipHop-Hintergrundwissen zur Entstehungsgeschichte dieser (ehemals) rebellischen Ghettosubkultur verfügen. Unter diesen Umständen geht natürlich unter, dass Rap schon immer bewusst provozierte, überspitzte und den Starken markierte. Vielleicht war Griot einfach zu un-schweizerisch, um hier akzeptiert zu werden. Da nützte es auch nicht mehr, auf dem neuen Album inmitten der (hässlich drapierten) Kantonswappen als Wilhelm Tell zu posieren und über «Mi Schwiz» zu rappen. Leider. Das Album «MiCH» ist nämlich grundsolid und hätte definitiv eine höhere Chart-Platzierung verdient als Platz 31. Immerhin hat der Basler mit dem Tell-Cover seinem Widersacher Bligg die Cover-Idee (vor)weggenommen (sagt man;).

Schlussendlich ist Griot aber auch an seinen eigenen (zu hohen?) Ansprüchen gescheitert: «Wenn das Album nid yyschloht, isch s mi letschts» rappt er auf dem grandiosen Song «50 Täkt», der seine Situation nach 15 Jahren Rap wohl am besten beschreibt. Das Album stieg nicht wie erhofft in die Top-20 ein, Konzerte blieben weitgehend aus, dazu kommt weiterhin der «fehlende Respekt» – also beendet Griot seine Rapkarriere. Ein mutiger und konsequenter Entscheid. Wieder ein Rapper, der die Musik liebt(e), aber am Musikbusiness zerbrach.

Gründe, als Rapper in der Schweiz zurückzutreten

Ich kann Griots Schritt nachvollziehen. Auch wenn ich nicht unbedingt damit kämpfe, missverstanden zu werden, gibt es doch genügend Gründe, die einem Schweizer Rapper die Freude und Euphorie an der Musik auf Dauer zerstören können: Es wird immer schwieriger ein Plattenlabel zu finden, denn mit der Musikindustrie gehts noch immer bachab. CDs verkaufen sich (trotz hoher Chart-Platzierungen) immer schlechter (so auch unser neustes Album «Blackbox») und die Labels konzentrieren sich auf einige wenige Künstler – zum Beispiel Stress oder Bligg – und pushen die dafür richtig. Das Nachsehen haben die Acts abseits des (medialen) Rampenlichts. Denn auch die zielgruppen-relevanten (Gratis-)Medien konzentrieren sich meist auf die wenigen von den Labels unterstützen Stars sowie auf einige – wie sie meinen – besonders originelle Exoten. Zum Beispiel Kutti MC oder Big Zis. Wobei letztere den Ruhm (z.B. den Swiss Music Award) und die Aufmerksamkeit mehr als verdient hat. Oder sie stecken Skandalbrüder wie Griot in die Gangster-Schublade.

Und wenn man – so wie wir – das Privileg eines Plattendeals geniessen darf, muss man lernen, mit immer weniger Geld immer bessere Musik zu machen. Ein externer Tontechiker wird zum Luxus, Videoclips dürfen nur noch einen Bruchteil der früheren Budgets kosten – Notabene, ohne an Qualität einzubüssen. Und die Konzert-Veranstalter, die überschwemmt werden mit Ami-Rap-Bookings (diese wollen ja auch die ausbleibenden CD-Einnahmen wett machen), haben keinen Bock mehr auf Schweizer Rap. Und den (Gratis-)Zeitungen genügt es nicht mehr, wenn eine Band eine gute CD abliefert. Nein, der Künstler muss dem Journalist (hat der diesen Namen so noch verdient?) eine pfannenfertige (Skandal-)Story abliefern, oft ohne direkten Bezug zur Musik. So läuft das heute. Meistens.

Gute Musik basiert zu grossen Teilen nicht nur auf Fleiss, Hartnäckigkeit (und ein bisschen Talent, das aber weit weniger wichtig ist für den Erfolg, als etwa das Image), sondern vor allem auch auf der Selbstausbeutung aller Beteiligter. Zu Beginn macht das einem noch gar nixx aus, die Euphorie überwiegt. Aber nach 14 Jahren Rap als inzwischen zweifacher Familienvater, der 110% arbeitet, siehts ein bisschen anders aus. Da will man sich in der knapp bemessenen Freizeit ausschliesslich um die Musik kümmern. Und nicht um Verträge, Bookings, Merchandise und sonstigen Bullshit. Doch irgendwer muss das ja erledigen. Also macht man auch dies – mehr schlecht als recht. Und obwohl man stets wüsste, wies besser geht, fehlt die Kapazität, das alles konsequent durchzuziehen – schliesslich will man ja auch im Moneyjob Karriere machen (Rapper sind ehrgeizig…wie auch das Beispiel Alex Frei zeigt;), weil man mit Musik in der Schweiz keine Familie durchfüttern kann (die Ausnahmen bestätigen die Regel;) Und trotzdem macht man diesen Scheiss weiter…Künstler müssen scheinbar leiden…

Gründe, als CH-Rapper NICHT zurückzutreten

Über die Musikindustrie und die Medien zu jammern gehört (wie man oben sieht;) zu den Lieblingsbeschäftigungen eines jeden Schweizer Musikers – könnte man meinen. Doch um ehrlich zu sein: Eigentlich braucht es heute, dank den Web 2.0-Multiplikatioren, weder Plattenfirma noch Zeitungen (und erst recht kein Musik-TV), um als Musiker seine Hörer zu finden. Mit einer gut bewirtschafteten Facebook-Fanpage – gekoppelt mit Twitter – können innerhalb kürzester Zeit mehr Menschen erreicht werden, als wir uns das früher (als man die 100 Demo-Tapes eigenhändig kopierte) je erträumt hatten. Auch für eine eigene Homepage müssen nicht mehr tausende Franken hingeblättert werden (wir machens trotzdem…Luxus), schliesslich gibt es ja kinderleicht zu bedienende Blogs sowie (das sterbende) MySpace oder Mx3. Mund-zu-Mund- bzw. Pinnwand-zu-Pinnwand Propaganda ist angesagt. Und in vielen Fällen scheint dies tatsächlich zu klappen – ich denke da an Künstler wie Asher Roth, Mac Miller oder Chiddy Bang uva., die wohl zuerst von Bloggern & Co. entdeckt wurden/werden, bevor sie (vorerst noch) in den Klauen der Plattenindustrie landen. Solange es solche Artists gibt, die in mir wieder (fast) die selbe Euphorie wie in Teenagerjahren wecken (es wird nie mehr das Gleiche sein…bittersüsses Erkenntnis) , solange werde ich selber Sound machen wollen. Man ist halt Fan geblieben. Auch in den unendlichen Weiten des Internets gibt es sie noch, die Perlen unter all dem Soundschrott. Man muss sie nur finden. Mehr Scheiss bedeutet immer auch: mehr Hochwertiges=)

Der Hauptgrund, nicht aufzuhören, hat jedoch weder mit dem Business, noch mit den Entwicklungen der letzten Jahre zu tun (ich finde es ohnehin erschreckend, dass ich fast nur von der ‚Industrie‘ und den Medien schreibe…schlussendlich geht es um Musik, damn). Der Hauptgrund könnte simpler nicht sein: ICH KANN NICHT ANDERS! Egal was passiert, egal wer mir zuhört, ich muss Texte schreiben und meine Gedanken in irgend einer Form zum Ausdruck bringen. Das Mitteilungsbedürfnis ist ungebrochen und ich wüsste nicht, wie ich diese Energie besser – und mit mehr Spass und Liebe zur Sache – bündeln könnte, als im Rap. So gehts wohl den meisten: Liebe für die Musik, Hass fürs Business. Steven Egal kann ein Liedchen davon singen.

Ein weiterer Hauptgrund: Die Fans. Ihr Feedback steht über jeglichen Medien-Kritiken und Erfolgen – beziehungsweise dieses Feedback ist der wirkliche Erfolg. Es berührt mich immer wieder aufs neue, wenn mir jemand sagt, dass meine Texte ihr oder ihm aus der Seele sprechen. Wenn jemand schildert, wie ein Brandhärd-Song hilft, einen Schicksalsschlag  zu verarbeiten. Oder wenn ein Härd-Song zum Feriensoundtrack eines ganzen Freundeskreises wird. Wow! Dies wird nie selbstverständlich sein für mich, dafür aber eine unerschöpfliche Energiequelle. Eng verbunden mit dem Fan-Aspekt ist der dritte Hauptgrund, mit Rap nicht aufzuhören: Die Konzerte…der direkte Draht zu all den Menschen, mit denen man sonst nur via Kopfhörer, Boxen oder allenfalls per Mail oder Facebook kommuniziert. Und klar…auch Ehrgeiz und die Suche, ja fast schon Sucht, nach Anerkennung spielen eine nicht unwesentliche Rolle.

Drum zurück zum Business-Teil: Heute kann sich jeder Teenager mit seinem Konfirmations-Geld bereits ausreichend Studio-Hard- (und vor allem Software) kaufen (lassen) um die ersten Songs in vernünftiger Qualität zu produzieren. Sofern das Knowhow vorhanden ist. Und das ist der springende Punkt: Wenn Promo und Produktion weniger Aufwand bedürfen, kann man sich wieder auf das Musikmachen konzentrieren. Denn ist die Musik nicht tight, nützt auch die hartnäckigste Online-Promo und die (sound-technisch) am besten produzierte Gratis-Download-CD nichts. It’s all about Skills! Kunst kommt von Können, wie mir DJ Mad (Beginner) einmal gesagt hat. Und bis man etwas wirklich kann, benötigt man mindestens 10’000 Übungsstunden, wie uns Malcolm Gladwell im Buch Outliers eindrücklich vor Augen hält (lesen!). Egal ob man Tennis-Profi werden will, oder Rapper. Dumm nur, dass sich die Meisten Rapper (oder was auch immer) bereits nach gefühlten 10 Übungsstunden im Web lächerlich machen (abwarten und später dafür um so heftiger Punkten, ist die Devise!). Web 2.0 ermöglicht, dass man als Musiker – erstmals seit der Erfindung von Tonträgern – auf die Industrie scheissen kann, um sich der Kultur zu widmen. Der Liebe zur Musik, der Freude an einem herzerwärmenden Beat oder einer gelungenen Textzeile. DAS ist für mich Grund genug, NICHT mit Musik aufzuhören. Auch wenn wir in den Medien künftig totgeschwiegen werden sollten und sich kein Konzertveranstalter mehr für Schweizer Rap interessiert.

Die letzten beiden Abschnitte sind vorerst wohl noch eher Theorie als Praxis (aber wehe, wenn…). Der Haken an der Sache ist derzeit noch Folgendes: Damit sich die Web-2.0-Revolution künftig auch endlich für den einzelnen Musiker auszahlt, müssten YouTube-, MySpace- oder Soundcloud-Plays sowie die Download-Zahlen abseits von iTunes bei der Ermittlung der Chart-Platzierungen miteinbezogen werden. So könnten auch Musiker ohne effektive CD-Verkäufe zum verdienten Ruhm kommen und via Konzerte und Fanartikel – vielleicht sogar durch Werbeverträge (heute gibts ja kein Sellout mehr;) – Geld verdienen. Das wäre das Ende der CD-Industrie. Momentan haben die meisten noch Angst davor. Vielleicht sollten wir uns aber darauf freuen. Wer weiss das schon. Mal sehen, wo uns der Schwarze Schwan hintreiben lässt…

PS: Sollte ich eines Tages das Mic – niemals aber den Stift! – an den Nagel hängen, würde ich dies übrigens entweder so ‚konsequent‘ machen wie Jay-Z, oder aber so wie Wurzel 5;)


Was sucht Fetch in der Sport Bild?

Interessant, meine Giftpfeile gegen den Rapper (nicht den Fussballer!) Alex Frei haben es scheinbar bis in die deutsche Sport Bild geschafft. Danke an Tobias G. für den Hinweis via Brandhärd-Facebook-Pinnwand!


Der Steilpass ist angekommen…

Siehe da: Die meist gelesene Schweizer Zeitung hat den Steilpass angenommen und aus den Reaktionen zum umstrittenen Alex-Frei-Song eine veritable Diss-Affäre gemacht. Eigentlich bin ich ja viiiel zu alt für solche Geschichten – besonders seit heute! – aber schliesslich hat man als Provinzrapper nicht jeden Tag die Möglichkeit, einem Nati-Star den Kopf zu waschen («Diss» find ich zu hoch gegriffen…aber so sind sie halt, die Spitzen der Boulevardmedien). Nun muss ich mir überlegen, wie ich es heute in einem Monat (am 4. Juni erscheint das neue Brandhärd-Album Blackbox) auf die 20minuten-Front schaffe. Wie wärs mit guter Musik?;)

Wenn man den Artikel so liest, könnte man meinen, die CH-Rapszene sei angepisst wegen des Frei-Songs mit Bandit. Dabei scheint man sich eher über das willkommene Eigentor des FCB-Stars zu amüsieren. Die «Disses» sind deshalb genauso wenig ernst zu nehmen, wie der Song von Alex – ansonsten würde das ja bedeuten, dass man Frei als ernsthaften Rapper-Konkurrent sieht…in diesem Fall müsste die Schweiz über die hiesigen Rapper lachen.

Anyway. Ich danke allen Beteiligten für die tolle Unterhaltung (interessant, aber irgendwie bezeichnend, dass Bandit kaum Erwähnung findet….degradiert zum Statisten). Nun freue ich mich auf den Meisterschafts-Endspurt (wen interessiert schon die WM mit ihren ekligen Begleiterscheinungen?) und wünsche Alex Frei weiterhin gute Genesung und einen Einstand nach Mass. Wenn nicht morgen Mittwoch gegen Aarau, dann (und danach siehts aus) als Edeljoker im Cupfinal. Für die WM habe ich keine Erwartungen, ausser, dass sich Frei, Streller, Huggel, Shaquiri und Stocker (hab ich wen vergessen?) nicht verletzen, damit sie mit dem FC Basel dann wieder in der Champions League die Sterne vom Himmel holen.

PS: Das nächste Mal, wenn Fetch auf Frei aufeinander treffen, dann nicht als Rapper, sondern als Journi und Fussballer – so wie hier.


Fehlpass: Alex Freis verzweifelter Rapversuch

Kein Zweifel. Das schmerzt mehr, als ein doppelter Armbruch und treibt sogar DJ Bobo die Schamesröte ins Gesicht: FCB-Stürmer Alex – der Knipser – Frei ist dazu genötigt worden, sich als Rapper (der Nationalhymne!) zu versuchen. Zusammen mit dem Glarner Rapper Bandit hat Frei den WM-Trittbrettfahrer-Song Zeig Gsicht aufgenommen. Dazu gibts den als Videoclip getarnten Werbespot für einen bekannten Chips-Hersteller. Bei aller Sympathie für Basels Nummer 13 (ich bin Frei-Fan!!!): Das ist ein musikalischer Fehlpass, ein akustisches Foul der gröberen Art! Der Beat geht zwar einigermassen in Ordnung. Bandits Rappart ist auch ok, aber hätte er nicht auch gleich die Raps für den FCB-Stürmer schreiben können? Leonhard Widmer, Verfasser der von Frei ‚gerappten‘ Nationalhymne, würde sich im Grab umdrehen, wenn er seine vergewaltigten Worte so hören könnte…

Das war garantiert die Schnapsidee eines verkoksten Label- oder PR-Fuzzys. Von selber würde sich Alex wohl kaum so inszenieren. Prinzipiell find ichs cool, dass Frei bei einem ‚Rapsong‘ mitmacht. Auch das überspitzte Outfit als Pimp find ich geil (wirklich!=). Aber der Song. Doch nicht so, mein Lieber!

Da sehe ich Alex Frei lieber ins Gesicht eines Fussballgegners spitten, als in ein Mikrophon. Und Bandit hat man auf dem ersten Album seiner Band Luut & Tüütli wesentlich besser über Fussball rappen gehört als nun. Und was bestimmt nicht nur mir sauer aufstösst: Der im Clip betriebene Missbrauch der diversen FCB-Fan-Graffiti und die Schindluderei im geliebten Joggeli. Zum verzweifeln! Alles in allem ist der Vorliegende Werbeclip zweifellos das perfekte Beispiel für die misslungene Umsetzung der Schnapsidee irgend eines Volltrottels, bei dem auf die Würde (und die Meinung?) der Beteiligten offenbar wenig Wert gelegt wurde.

Als Entschädigung verlange ich von Alex nun, dass er die Schweiz zum Weltmeisterschafts-Titel ballert. Und vom Chips-Hersteller gratis Chips während der ganzen WM. Und zwar Paprika! Deal?!


Bild des Tages: Alex and me

Mühsam lebt sichs als Star: Nicht mal bei der Arbeit werd ich in Ruhe gelassen;)

Fetch+AlexFrei_090719Wie mir zu Ohren gekommen ist, haben mich auch die Papparazzi-Kollegen von Telebasel mit der Kamera erwischt. Ich entschuldige mich an dieser Stelle, dass ich ihr Alex-Frei-Interview versaut hab;)

Wer den Abart-Track «Alex 13» zur Rückkehr von Frei noch nicht gehört hat, kann das HIER nachholen.