Archiv für September, 2011

Wohlstandsverwahrloste Strassenkids

Hier mein Text über Schweizer Rap, den ich für das Strassenmagazin Surprise (Nr. 257/11) geschrieben habe…

1991 wurde der Basler Black Tiger noch dafür belächelt, dass er auf Schweizerdeutsch rappte. Heute grüsst Bligg vom Titelblatt der «Schweizer Illustrierten» – und eine neue Generation ernsthafter Schweizer Hip-Hop-Künstler steht am Start. Teil acht der Surprise-Serie über Subkulturen.

Schweizer Rap ist auf bestem Weg, seinen Platz als ernst zu nehmende Musikrichtung zu zementieren. Es sind nicht nur Routiniers wie der Berner Baze oder Semantik aus Zürich, welche im vergangenen Jahr überragende Alben veröffentlicht haben. Zuversicht verbreiten auch «neue» Namen wie Steff la Cheffe, Kack Norris, Kush Karisma oder Tommy Vercetti – wobei letzterer obenaus schwingt mit seinem Debut «Seiltänzer», das an der Slangnacht 2010 mit einem Award für das beste Album ausgezeichnet wurde. Der Berner beweist beispielhaft, was es braucht, um im übersättigten, von Hypes getriebenen Rapgame zu bestehen: Können, Eigenständigkeit, Ausdauer, gute Konzerte und ein eingespieltes Team im Rücken. Entgegen kommt dem vielseitigen Vercetti auch, dass Rap heute wesentlich unverkrampfter und undogmatischer daherkommt als vor einigen Jahren. (mehr …)

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Shit happens…


Heiliger Rudolph…

…bleiben wir im Elsass. Nachtrag zu gestern. Gleich neben dem Écomusée steht die eindrückliche Puits Rodolphe in Bollwiller (F). Eine ehemalige Kalimine. Schade, hatte ich nicht wirklich Zeit, um in Ruhe zu knipse – die Brut wartete ungeduldig im Auto. Fotosujets wie ich sie liebe…


Mehr Bilder gibts auf meinem Flickr-Account.


Winzen wie anno dazumal…

Am Wochenende gings über die Grenze ins Elsass. Zuerst rauf zum Touri-Tempel Château du Haut-Kœnigsbourg ob Orschwiller (ja, der Ort heisst tatsächlich so) dann runter in den tatsächlichen Affenpark bei Kitzheim und schliesslich ins Écomusée bei Ungersheim. Diese Fachwerkhäuser! Dörferweise! So könnts auch noch bei uns noch aussehen…wenn da nur nicht all diese scheusslichen Bausünden wären (Architekten sind Verbrecher, meistens). Und überall diese Weinberge, mitten während der Traubenlese – das wär glaub auch ohne die Kleinen ein glatter Ausflug geworden. Im Écomusée gabs sogar Anschauungs-Unterricht zur Weingewinnung anno dazumal. Zuerst präsentierten sich die nicht ganz sortenrein sortierten Trauben so…

…nach einem Trip durch den Frucht-Fleisch-Wolf sah das Ganze dann so aus. Traubenmus…

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Brandhärd live auf dem Barfi Pt. I

Acht Jahre nach der legendären «Nochbrand»-Première auf dem Barfüsserplatz Basel kehrten wir heute vor einer Woche auf den «Seibi» zurück – wieder im Rahmen des Jugendkulturfestival (JKF). Es wurde ein bombastisches Konzert mit einem Publikum, das seinesgleichen sucht – danke für den überwältigenden Support!  Dieses erste Konzert-Video enthält Ausschnitte der Tracks «Wägg wie dr Wind», «Träne in de Auge» und «Blackbox». Props und Dank an Gabe und die Jungs von «Swiss Trick Nation» für die krasse Akrobatik-Einlage! Und an Manoo und Tommy an den Cams. Der Schnitt ist von mir.


Ein Weekend im Zeichen von Graffiti und Streetart…

…steht uns bevor. Heute Abend (20h-23h) steigt im Ackermannshof in der St. Johanns-Vorstadt die Vernissage-Party zur sechsten «Artyou – Urbane Kunst Basel» (läuft bis Sonntag). Und am Samstagnachmittag ist zwischen Pferderennbahn und Joggeli wieder der legendäre «Schänzli Jam» angesagt. Zwei Leckerbissen an einem Weekend! Hier ein kleiner Appetizer mit Eindrücken von der «Artyou», entstanden am Abend vor der Eröffnung im Rahmen meines Schlaglicht-Artikels. Weitere Bilder gibts auf meinem Flickr-Account.


Der beste Pinot Noir so far…

Fast alles Gute beginnt mit B: Basel, Brandhärd, Bounce, Bier, Busen… Kein Wunder also, dass mich der Rosenauer Pinot Noir «B» auf Anhieb aus den Socken brrrätschte. Normalerweise finde ich Blauburgunder etwas zu schwach auf der Brust, aber der hier hat’s in sich – fruchtig, komplex und mit 13 Volumenprozent ganz schön körperreich.

Aufgetischt wurde der rote König dort, wo er herkommt: in Kastanienbaum (das Armenviertel der Luzerner Gemeinde Horw) am Vierwaldstättersee. Das «B» im Namen des Rosenauer Pinot Noir steht wohl weniger für einen der oben genannten Begriffe, sondern für «Barrrique», schliesslich hat der Kerl 18 Monate lang Eichenholz geküsst. Kein Wunder, wurde das dicke «B» soeben am Mondial du Pinot Noir mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Leider handelt es sich hier nicht nur um meinen besten Pinot Noir so far, sondern auch um den soweit teuersten: Stolze 45 Stutz die Flasche. Abschliessend liefert der Hersteller gleich selber noch ein paar weitere B-Deutungen… (mehr …)