Archiv für Dezember, 2010

Brother Ali – Das Interview des Jahres (Video)

Es war eine meiner eindrücklichsten Begegnungen 2010: Das Bounce-Interview mit Brother Ali, einem zum Islam konvertierten Rapper aus Minneapolis. Selten habe ich einen Mcee so weise und bedacht reden (und rappen) hören. Der Herr scheint, trotz seiner nicht leichten Vergangenheit, mit sich im Reinen zu sein – dies strahlt er zumindest aus. Hier gibts das zweiteilige 24-Minuten-Interview nun erstmals als Video. Jede einzelne Minute lohnt sich…

«Ich habe meinen Namen von einer 6-jährigen Schülerin bekommen», erklärte mir Brother Ali während des Backstage-Gesprächs am Openair Frauenfeld im Juli 2010 (siehe oben). Zudem äusserte sich Ali ausführlich zu seinem islamischen Glauben und der Wahrnehmung der Moslems in der Welt (unten). Wenn alle Menschen so belesen, bedacht und tolerant wären, wie dieser Rapper, gäbe es wohl weniger Konflikte auf dieser Welt.

Als sehbehinderter Albino musste Brother Ali schon im Kindesalter erfahren, was es bedeutet, Aussenseiter zu sein – HipHop war sein Weg, um sich Respekt zu verschaffen: «Wenn man aufwächst und so aussieht wie ich, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder man stärkt irgendwie sein Selbstbewusstsein oder man wirft sich vor den nächstbesten Bus,» erklärt er in einem lesenswerten Interview auf formatmag.com.

Kollege SimonAyEm war zudem so nett und hat einen Teil des Bounce-Interviews niedergeschrieben (danke!)…

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Weihnachts-Wein: Four Kings for Christmas

Das schöne an Weihnachten ist nicht nur, dass man mit Menschen feiert, die man nicht so oft sieht, sondern auch, dass Wein im Kelch landet, den man sonst nicht so einfach in die Kehle bekommt.

Den Anfang des Weihnachts-Quartetts (v.l.n.r.) machte der Rossj-Bass 2005 von Angelo Gaja, ein Chardonnay aus der Langhe-Region im Piemont (I). Es folgte der hier schon einmal vorgestellte US-Star Opus One 2004 – eine interkontinentale Wein-Kollabo des Amerikaners Robert Mondavi und des Franzosen Baron Philippe De Rothschild. Dann kam der König des Abends, der Château Mouton Rothschild 1993…was soll man da noch sagen. Zum Abschluss gab es noch einen Bordeaux, den Château Cos d’Estournel 1996 aus dem Hause. Alle vier waren selbstredend viel zu schnell leer.


Merry christmas mo’fukaz…

Unser inoffizielles Bandmitglied überbringt Euch im Namen des Härd unsere Weihnachtswünsche: Alles Gute und danke für den tollen Support das ganze Jahr hindurch! 2011 wir kommen…

2010 war nämlich ein gutes Jahr. Nach der Veröffentlichung des vierten Studio-Albums «Blackbox» mit einer Top 20 Platzierung (11) in den Album-Charts, dem Gewinn des Slangnacht-Awards als «Best Rap Combo» und dem Basler Pop-Publikumspreis 2010 bedanken wir uns bei Euch für Eure Unterstützung. Ihr seid die Besten!


Podcast: Das Racist (Video) und MQ bei Bounce

Das Racist spielen gerne Schlagzeug auf der Bühne – ausser es steht keines da. Aha. Sie sind der neue 2Pac und bald werden sie zur Punkband. Super. Dies und noch mehr amüsanten Stumpfsinn erzählten die drei New Yorker im Bounce-Interview (hier der Podcast zur ganzen Sendung), das man sich am besten in Ton UND Bild antut. Enjoy…

Am Tag nach diesem herrlichen Interview wurden die Herren am Zoll in London wegen «Visa-Problemen» abgewiesen (irgendwie verwundert mich das nach diesem Interview nicht). Also ging es für unverrichteter Dinge zurück in die Schweiz, wo sie gemäss ihrer Twitter-Meldungen viel besser behandelt würden. Live sind Das Racist übrigens auch sehr unterhaltsam – auch wenn das Konzert etwas kurz war…

Hier gibts das sehr freshe Mixtape «Sit Down, Man» von Das Racist zum Gratis-Download. In der zweiten Bounce-Stunde kam MQ vorbei mit seiner neuen Free-EP «Sinn & Unsinn». Der Berner Rapper erklärte, warum es besser ist, Musik aus dem Bauch zu machen ohne viel nachzudenken.

Keine Zeit zum Bounce live hören? Den Podcast zur Sendung kannst du dir ganz einfach hier abonnieren. Die aktuelle Playlist findest Du auf Aightgenossen.ch.


Bounce-Podcast: Tinguely und das Goldwasser

Du kennst das neue Album von Tinguely dä Chnächt nicht? Selber schuld. Du hast am Donnerstag das Tinguely-Interview bei Bounce verpasst? Shame on you! Hier gibts das interessante Gespräch als Podcast zum nachhören – natürlich inkl. diverser Album Songs.

Und darum gings: Mir «Bar» hat Tinguely eines der besten Schweizer Rapalben des Jahres abgeliefert (neben Baze, Tommy Vercetti und Semantik). Bei Bounce blickte der Zürcher Rapper nochmals auf seinen viel beachteten Zweitling zurück. Und wir unterhielten uns über explizite Texte, Bligg sowie Goldwasser – ein Wort, das Missverständnisse verursachen kann. So auch bei einer Kollegin von Tinguely, dessen Einladung zum Bier bei der guten Dame falsch ankam.

Zudem zeigte sich «Blingeli» hoch erfreut über die gute Resonanz zu seinem neuen Album. Und er kündigte eine neue CD an: Im ersten Quartal 2011 soll ein gemeinsames Album mit dem Zürcher Rapkollegen Skor erscheinen – voll mit Songs, die innert kürzerster Zeit spontan entstehen und roh und dreckig daherkommen sollen. Daneben liess Tinguely seinen NY-Aufenthalt nochmals Revue passieren. Und er erklärte, warum sehr persönliche Texte für ihn das selbstverständlichste sind.

Keine Zeit zum Bounce live hören? Den Podcast zur Sendung kannst du dir ganz einfach hier abonnieren. Die aktuelle Playlist findest Du auf Aightgenossen.ch.


Ja moi – Lautstarke Basler in der Allianz Arena

Das Spiel des FC Basel gegen Bayern München ging zwar mit 0:3 flöten (wie befürchtet…zu viel Euphorie macht mich immer misstrauisch). In Sachen Fan-Support aber haben die bis zu 10’000 Basler Fans den rund 56’000 Bayern-Anhängern gezeigt, wo der Hammer hängt.

Genau so hat es sich Valentin Stocker vor dem Spiel gewünscht, als er meinte, die Basler sollen einfach lauter sein als die Bayern. Die Fans des «grossen FCB» sind aber gemäss R.H. aus B. – ein bekannter Sportjourni aus der Region –  aber eh nur «Fussball-Touristen, die vor lauter fotografieren vergessen, Stimmung zu machen». Irgendwie hat er recht.