Archiv für Juli, 2010

Die Shirts sind da – pünklich zum Floss-Konzert

Das nennt man Timing: Pünktlich zum Härd-Konzert auf dem Kulturfloss (heute, 21 Uhr, gratis!) sind die neuen, wunderschönen Brandhärd-Shirts eingetroffen. Natürlich werden wir diese bereits heute nach dem Konzert zu einem Spottpreis unter die hoffentlich zahlreich erscheinenden Leute (Regen ist im Fall keine Ausrede! ; ) bringen.

Also, wir sehen uns ab spätestens 21 Uhr neben der Mittleren Brücke am Kleinbasler Rheinufer. Während des Konzerts wird übrigens unser TripleNine-Hausgrafiker, die Basler Graffiti-Legende Kron, eine 2.40×1.20m grosse Leinwand besprayen. Diese wird dann in den folgenden Tagen auf Brandhaerd.ch versteigert – und zwar zu Gunsten von Viva Con Agua, die in der Dritten Welt für Sauberes Trinkwasser sorgen. Schlachtet schon Mal Eure Sparschweinli!

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Diesen Donnerstag ist es wieder so weit…

Zum dritten Mal innerhalb der letzten sechs Jahre spielt Brandhärd am 29. Juli auf dem berühmt-berüchtigten Kulturfloss am Kleinbasler Rheinufer. Und die Konzerte auf dem Rhein sind auch für uns jeweils etwas ganz Besonderes. Freut Euch auf den «Live-Graffiti-Sprayer» und die «speziell auf das Floss zugeschneiderte Pyroshow», wie die gut infomierte BaZ prophezeit. Los gehts pünktlich um 21 Uhr. Wir sehen uns…

Quelle: Basler Zeitung vom 22. Juli. Zur Einstimmung hier noch Eindrücke vom Gig 2008…


Ausflugstipp zum Sonntag…

Es gibt in der Region kaum einen perfekteren Ort für Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag als das Café Merian beim Botanischen Garten Brüglingen – solange man aufpasst, dass die Kleinen nicht im Teich landen. Das schöne Fleckchen Grün ist jedenfalls wesentlich stilvoller als das Restaurant in der Grün 80, das den Charme einer Autobahnraststätte versprüht.


Kopftuch-Hysterie im Fraueli

«Kampf der Kulturen im Frauenbad» hiess heute der meist diskutierte Artikel auf der BaZ-Homepage. Anscheinend geraten sich im Frauen’frei’bad Eglisee freizügige Schweizerinnen und Kopftuch tragende Muslimas in die Haare (bzw. Kopftücher). Zudem fühlen sich die verschleierten Damen – oft aus dem Dreiland angereist – vom Männlichen Badi-Personal gestört. Was von der BaZ zum «Kampf der Kulturen» zugespitzt wird (in diesem Fall nachvollziehbar, doch bin ich kein Fan von Samuel P Huntingtons überstrapaziertem Ausdruck, der in seiner ursprünglichen Bedeutung «clash of civilisations» zudem von verschiedenen Seiten widerlegt bzw. angezweifelt wurde) scheint mir zumindest zum Teil aber auch ein hundsgewöhnlicher Streit um die besten raren Badi-Plätze zu sein. Und offensichtlich fehlt es auf beiden Seiten an Toleranz (kann das Wort nicht mehr hören).

Was aber am meisten schockiert, ist der Inhalt rund 60 Online-Kommentare («Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber…»), die vorwiegend den Teufel an die Wand malen. Der Tenor lautet grob zusammengefasst: a) Jetzt müssen wir Schweizer uns schon im eigenen Land die Regeln diktieren lassen; b) wenn es den Muslimas nicht passt, sollen sie dorthin zurückkehren, wo sie her gekommen sind und c) das ist das Resultat der naiven, rotgrünen Kuschelpolitik, die Moslems werden bald Europa übernehmen (das sind die gemässigten Stimmen). Dazu kommt das Resultat der Online-Abstimmung: 87% von 750 Stimmenden fühlen sich von verschleierten Frauen in der Badi gestört! Wie gestört ist das denn?! Ich kann eine gewisse Verunsicherung ja nachvollziehen, aber das ist too much. Die Moslem-Diskussion muss nun aber dringend versachlicht werden. Wie viele verschleierte Frauen gibts denn bitte in unseren Badis? Ich persönlich fühl mich viel eher von den vielen hässlichen (ähm, stillosen), unverschleierten Menschen (nicht nur Frauen) gestört (nicht nur in der Badi).

Zudem kann ein Kopftuch sehr reizvoll sein. Heute beobachtete ich drei Muslimas in der Freien Strasse, allesamt in modische, farbige Kopftücher gehüllt, die lediglich die Haare bedeckten. Lippen und Augen waren dezent und stilvoll geschminkt…diese drei eher unauffällig gekleideten Frauen strahlten an diesem Nachmittag mehr Schönheit und Grazie aus als alle anderen Stadtchicks zusammen (Bildquelle: View).

A propos Moslems: Kommenden Donnerstag, den 29. Juli, gibts bei Bounce ein ausführliches Interview mit US-Rapper Brother Ali. Einem weissen Albino, der im Alter von 15 Jahren zum Islam konvertierte und sich wegen seiner Andersartigkeit schon bald in der Black Community bewegte. Seinen Namen erhielt Brother Ali übrigens von einer 6-jährigen Schülerin, wie er im Bounce-Interview erklärt. Ali wird sich im Interview ausführlich zu seinem Glauben und der Wahrnehmung der Moslems in der Welt äussern. Wenn alle Menschen so belesen, bedacht und tolerant wären, wie dieser Rapper, gäbe es weniger Konflikte auf dieser Welt – unbedingt einschalten: Donnerstag, 29. Juli, 20 Uhr auf DRS Virus.


Podcast & Playlist: Bounce vom 22. Juli

Ausnahmsweise keine Gäste, dafür Sound vom feinsten gabs gestern bei Bounce. Nachdem ich Kollega Simon die erste halbe Stunde im Stich gelassen habe, weil ich in Basel noch diesen BaZ-Artikel über einen deutschen Weltrekord-Radler fertig schreiben musste, liessen wir das grandiose Openair Frauenfeld Revue passieren – inklusive zahlreicher Live-Mitschnitte. An dieser Stelle sei zudem nochmals auf mein Frauenfeld-Tagebuch hingewiesen.

Die Playlist sowie die Podcasts der letzten Sendungen gibts hier…

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Video: Olli Banjo im grossen Bounce-Interview

Damit das wunderbare Bounce-Gespräch mit Olli Banjo nicht vom Sommerloch verschluckt wird, präsentiere ich hiermit stolz das ausführliche Video-Interview mit einem der besten Rapper aus Deutschland. Im ersten Teil redet Olli Balboa über sein neues Album «Kopfdisco», loyale Fans («Der Lohn für die Jahrelange harte Arbeit») und Kollege Kool Savas («Der beste Rapper mit dem ich bis jetzt gearbeitet habe»).

In der Fortsetzung des Gesprächs erklärt Olli Banjo, wie er Xavier Naidoo zum rappen gebracht hat (oder eben nicht). Zudem redet er über seine Handy-Abhängigkeit, seine jeweils sehr speziellen Album-Cover und sein geplantes Rockalbum «Dein Freund», auf dem Olli alle Instrumente selbst einspielt, ausser das Schlagzeug («Rockmusik ist 10 mal so schwierig, wie Rap zu machen»).

Daneben erfahren wir, dass die neue CD «Kopfdisco» um ein Haar «Der Agitator» oder «Liebe und Parolen» geheissen hätte (diese Titel hätte ich vorgezogen) und welche Rapper er ins deutsche «Rapgremium» wählen würde. Hier gibts die ganze Sendung inklusive des Olli-Banjo-Interviews. Ollis neues Album «Kopfdisco» ist übrigens alleine wegen krassen Texte, Flows und Wortspiele ein Pflichtkauf.

Nikkel The Wicked aka das «Übelkind»

Am 24. Juni besuchte uns zudem Nikkel The Wicked (3. v.r.) mit seiner neuen EP «Übelkind» (Podcast hier). Und der Rapper aus Grenchen kam nicht alleine, wie das Erinnerungsbild beweist…

Die Podcasts zu den vergangenen Sendungen


Mit dem Kleinen am Basel Tattoo 2010

Ha! Da ist das Basel Tattoo seit Monaten restlos ausverkauft und dennoch habe ich uns – dem kleinen Prinzen und mir, seinem Lastesel – in allerletzter Sekunde ein Ticket erschlichen. René Häfliger hatte bereits zum letzten Mal die Zuschauer ermahnt, ihre Plätze endlich einzunehmen «weil die Show in fünf Minuten beginnt», als mir ein liebenswürdiger Tattoo-Typ (danke, unbekannter Helfer!!!) ein VIP-Ticket zusteckte – dabei war ich mit Fynn ursprünglich nur zu Besuch in der Dalbe bei der Mutter der Mutter seiner Mutter (danke für das Essen!). Und dann auf der «Wild Ma Fähri». Dann an der Buvette. Und dann halt spontan noch am Tattoo.

Für King Fynn, mittlerweile stolze drei Jahre alt, ging ein Kindheitstraum in Erfüllung. Schliesslich hat er meine BaZ-Filme zum Tattoo 2009 bis dato mindestens 10’000 mal bestaunt. Nun also sollte der Kleine das Spektakel live und direkt miterleben dürfen – und zwar bis zum ambivalenten Schluss. Hier unsere Eindrücke (sorry, Handycam)…

Na, habt Ihr Fynns Stimme rausgehört? Am besten gefallen haben dem Kleinen übrigens die lustig tanzenden Cowboys aus Mexiko von der Aguiluchos Marching Band, die velofahrenden Holländer (Fanfarekorps Koninklijke Landmacht «Bereden Wapens») und – dont blame me! – die Gewehrschüsse der HM King’s Guard Band und Drill Platoon aus Norwegen. Wirklich eindrückliche Gun-Skills, die die strammen Jungs da präsentierten. Da könnte sich so mancher Gangsterrapper ein Scheibe von abschneiden. À propos: Eines meiner Highlights war der kurze Anspieler des 99er-Westcoast-Klassikers «Next Episode» von Dr. Dre und Snopp Dogg. Die Band of HM Royal Marines aus England bescherte mir diesen (leider viel zu kurzen) Glücksmoment, wenn ich mich nicht täusche.

Der im Vorfeld viel diskutierte Tattoo-Morgestraich war im Übrigen ganz passabel – für Touristen und Nicht-Fasnächtler. Unsereins weiss jedoch spätestens jetzt, warum diese Basler Fasnachts-Tradition in die engen Gassen der Innenstadt gehört und nicht auf einen grossen Platz. Ist halt nicht das Gleiche. Dennoch, das Gestänker um den Tattoo-Morgestraich ist überflüssig…schliesslich bringt man so dem ein oder anderen Tattoo-Besucher von Auswärts vielleicht die Fasnacht näher. Punkt.

Durchzogen war der Schlusspunkt des hochkarätigen Abends: Klar, die Nationalhymne muss sein, wenn man von der Schweizer Armee derart unterstützt wird (und ja, ich mag es auch…das Nationalhymen; )…aber was um Himmels Willen sollte das haarsträubende Hit-Medley danach, bestehend aus «Ewigi Liebi» von Mash und «Träne» (keine Freudentränen!) von Francine Jordi…ääh Rominger?! Zwei der grössten Verbrechen der Schweizer Musikgeschichte mitten in einem Military Tattoo – völlig deplaziert. Hat da etwa das Schweizer Fernsehen Einfluss auf das Tattoo-Programm genommen, um so bei der Aufzeichnung sein Durchschnittspublikum zu besänftigen? Pfui! Schrecklich!

Balsam für das geschundene Ohr war danach der Lone Piper mit seinem Dudelsack, mutterseelenallein auf dem linken Kasernen-Turm. Ein Hühnerhautmoment, auch wenn mir dieses «Gedenken an die gefallenen Soldaten in aller Welt» 2009 besser gefallen hat. Damals haben sich die Dudelsäcke der Massed Pipes & Drums am Ende der Einlage so wunderbar eingeklinkt…da gabs Tränen.

Im Grossen und Ganzen war das Basel Tattoo 2010 ein feiner Anlass. Beeindruckend, welchen Stellenwert dieser Event innerhalb von gerade einmal 5 Jahren (nicht nur) in Basel erlangt hat. Respekt – bitte mehr davon! Dieser geschenkte Abend hat den Kleinen – sowie den Grossen – am Folgetag übrigens zu diesem Tier-Tattoo inspiriert. Nur so als Idee für das 6. Tattoo 2011…

PS: Das grösste Highlight des Abends war übrigens King Fynn himself, der ohne Probleme bis weit nach 23 Uhr wach blieb – und das bei bester Laune. Was Endorphine alles so bewirken können;)