Archiv für Februar, 2010

Ach-Mann-isch-das-schaad

Auch dieses Jahr habe ich den Zeedel für Basels beste Stammclique gedichtet. Mein fünfter Lälli-Zeedel ist leider auch mein Abschiedsgeschenk an die Clique, denn seit Jüngstem bin ich ja kein Lälli mehr. Irgendwie schade, aber nun freue ich mich auf eine Fasnacht in einer brandneuen, taufrischen, unverschämt intelligenten und ausserordenlich sexy Formation…die notabene noch keinen Namen hat (Vorschläge sind willkommen). Hier also *tätääää* der Lälli-Zeedel 2010…irgendwie passte das Sujet (hoffentlich schaff ichs auf Al Jazeera;)

Lälli 2010: Ach-Mann-isch-das-schaad

S wird Morge iiber dr Kasäärne,
Dr Halbmond singgt und mit im d Stäärne,
Im Klingeli, do dööse d Grytte,
E-n-Amsle pfyfft, gheersch niemert strytte,
Und wysawyy bi dr Moschee,
Kämpft sich dr Yusuf duur dr Schnee,
Vrbyy an lääre Wysswyy-Fläsche,
Ässe-Räschte, Zygi-Äsche,
Und denn – är gheyt fascht uff dr Latz –
Lyt do-n-e Gschtalt zmitts uff em Platz.
Jä guete Morin, sait dr Bäärtig,
Was tryybe sii so frieh am Wäärtig?
Isch s denn begwääm im Schärbehuffe?
Si sotte Tee statt Wysswyy suffe!
Dr Guy stoht uff, beglagt sy Kopfweh,
Är haigi träumt und denn e Gott gseh.
Dää syg erschiine an sym Bettli
Und haig verzellt vom Minarettli,
Wo s ney jetz gäb, gnau grad do oobe,
So syg er gschwind do ane gflooge.
Är haig halt welle live drbyy syy,
Wenn ain do luthals Allah pryysi.
Doch denn, oh Schrägg, dr Guy wird wach,
Är schreyt und gheyt vom Giibel-Dach,
Kai Duurm, kai Gsang, kai Muezzin,
Si Draum isch platzt im Sunneschyyn.
Är ryybt si Schädel, fluecht in Schnee:
D Kasäärne kan-i nimme gseh.
Jä immer wenn my Gspyyr versait,
Holt sii mi zrugg in d Wirggligkait.

Worum die Diirm per Gsetz verbiete?
Die kennt me doch so lyycht verhiete,
Indäm me si loot bryyswäärt blaane
Vo dääne baide Veteraane,
Wo d Mäss-Keschte hänn gschprängt wie Kette
Und jetzt dr Roche-Duurm minarette.

Eb Kircheduurm, eb Minarett,
Ain motzt immer – jeedi Wett.
Drbyy gits so vyyl Parallele,
Die sotti me de Lyt verzelle.
S het im Koran nid wenig Stelle,
Wo au fir d Grischte eppis zelle.
S isch dumm, wär maint, är gseet e ’Faind’,
Meh Sinn ergäbt e grossi Gmaind:
Im Chrislam wär e jeede fromm,
Sait: inschallamen, inschalom.

Dr Mahmud fluecht, starrt uf sy Händi:
Jä hänn die Demos nie en Ändi?
Jetzt stand i do, elai im Gwitter,
Und wird verschpotted via Twitter.
Im Netz ka halt scho jeede peeble,
Doch dass si mi grad däärart ’veegle’.
Han i nid dänggt und bi empeert:
Oh Allah sag, was lauft verkehrt?
Und Allah sait: Du bisch nimm z rette!
Was bringt e Volgg, wo schwygt in Kette?
Es bruucht e Rugg, do druff kasch wette,
Sunscht blybsch du nur e Marionette.
Versprich mir drum: Heb Sorg zem Glaube,
Dä deerfsch du nid als Waffe raube.
Effne dy Härz und dyni Auge,
E so kasch guet dy Bligg entstaube.
Mahmud, geheersch was ych dir saag?
Was? Nid! Ach, Mann isch das schaad!

In Gryysezyte loodreds wiider,
Jä die wo zinsle, gänn sich biider.
Si spyyre Angscht in iire Gliider
Und schyyre Panigg – immer wiider.
Unter Moslem oder Grischte
Gits halt laider Extremischte,
Doch – mir hänn s scho immer gsait:
Die sinn in dr Minderhait.
Denn Glaube haisst, sy Friide finde
Und nid vor Hass und Angscht erblinde.
Freyhait findsch nid dur Verbott:
Unsre isch au eure Gott!

Euch allen eine schöne Fasnacht und bis bald…

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Up-Date mit einem Randständigen

Da hat aber jemand ein Herz für Randständige: Ich habe Euch ja Anfang Monat schon von meinem Date mit dem Randstänigen Jörg K. erzählt. Nun gibts ein kleines Update.

Da klingelt am Freitag mein Redaktions-Telefon, am anderen Ende: Eine nette Frau der Heilsarmee. Ich seufze innerlich und präpariere mich mental auf ein mühsames Gespräch vor, bei dem ich einer ahnungslosen Userin Sachen erklären muss, für die ich nicht zuständig bin. Denkste! Die liebe Dame will von mir wissen, wie sie Jörg K. erreiche, den von mir in der BaZ portraitierten Randständigen Ex-Polizisten aus der DDR. «Warum?», will ich wissen. «Weil uns jemand selbstgestrickte Socken für Jörg K. zugeschickt hat», entgegnet die Frau von der Heilsarmee (darf man die Soldatin nennen?). Ich hoffe schwer, dass die Socken mittlerweile angekommen sind…heute wurds ja wieder richtig frisch.

Bereits am Tag nach dem Portrait erkundigte sich übrigens ein Herr nach Jörg K.. weil er diesem ein Obdach bieten wollte…auch wie diese Geschichte ausging, weiss ich leider nicht. Jörg ist nämlich weder mit dem Telefon, noch mit dem Internet erreichbar.


Brandhaerd.ch ist tot – es lebe Brandhaerd.ch

Yesya, die neue Brandhärd-Homepage ist online! Besucht uns auf der neuen Online-Heimat, verfolgt die Album-Produktion zu Blackbox hautnah und hinterlasst fleissig Eure Kommentare. Morgen Sonntag, 21. Februar, gibts on der Hitparade auf DRS 3 übrigens die Weltpremière von Blackbox, der neuen Brandhärd-Single. Direkt nach den 14-Uhr-Nachrichten. So sieht unser neuer Netzauftritt aus. Fresh, oder?

Vorbei ist die jahrelange Tristesse. Bis gestern sahs unter www.brandhaerd.ch tatsächlich noch so aus…


Brandhärd-Wein und Pizza ohne Käse

Da steht er ja noch, der Brandhärd-Wein vom Blackbox-Videodreh! Letzte Woche war ich an einem feuchtfröhlichen Geburtstags Umtrunk (danke, M.B. aus B!) im Consum, der lieb gewonnenen Weinbar in der Rheingasse. Dort filmten wir im Januar eine Szene zum neuen Brandhärd-Video Blackbox, wofür ich extra eine Rotweinflasche mit einem Blackbox-Outfit gepimpt habe. Wie ich nun mit Freude festellen durfte, steht das gute Teil immer noch in bester Gesellschaft im Weinregal (wow, hab ich eine scharfe Handy-Cam;)…

Hier eine Schnappschus vom Consum-Dreh mit Johny Holiday. Das Schwein konnte während der Arbeit Wein gügeln – im Gegensatz zu mir, der währen eines Schneesturms drehen musste (ihr werdets sehen, Clippremière ist übrigens am Freitag, 26. Februar)…

Wie allewyl wurden wir am Video-Dreh und an der Geburtstags-Runde hervorragend bewirtet von T.K. aus B…besten Dank an dieser Stelle. Nach dem Umtrunk gings letzte Woche dann ins Picobello, Basels schönstgelegene Pizzeria mit Rheinblick. Dort hat B.K. aus Z dann den Vogel abgeschossen und eine Pizza ohne Käse (!) bestellt. Der Picobello-Kellner hat nicht schlecht gestaunt. Ich hingegen wusste ja von B.K.s speziellen Vorlieben: Ich erinner mich gerne an unseren Interrail-Stop in Brindisi, wo der Herr eine Pizza mit Rucola, aber ohne Käse bestellte – und dann merken musste, dass er auch Rucola nicht mag. Und so sieht eine Pizza ohne Käse aus, eigentlich gar nicht so übel…

Der Picobello-B.K. aus Z ist übrigens der Bruder vom Consum-T.K aus B Kulinarisch aber scheinen die beiden geschätzten Freunde aber von unterschiedlichen Planeten zu stammen.

PS: Habst ihr die neue Brandhärd-Homepage schon gesehen? Der Wahnsinn!


Samoon bei Bounce…und bald mit Ercandize auf einem Track

«Goldigi Zyt» heisst die frisch getaufte EP der Basler Rapcrew Samoon. Bei Bounce eklärten (Sendung hier downloaden) die Samoon-Rapper Hunter S. Tompson und Redcap, dass sie dank der neuen CD derzeit musikalisch tatsächlich goldene Zeiten durchleben: Dicke Beats von Sandro (Beatsquad), ein professionelles Studio (Jakebatz), ein neues Label (90bars) und vor allem viiiel Potenzial und Spielraum nach oben. Aus diesem Grund wurde das sieben Tracks starke Werk «Goldigi Zyt» nämlich auch noch kein Album. Und Freestylen können die Jungs auch noch, wie sie gestern bewiesen haben:

Zudem haben uns die Jungs nach dem Interview noch verraten, dass sie demnächst – zusammen mit dem Deutschen Rapper Ercandize (Ex-Optik) – auf dem Produzenten-Albums des Aarauers Beatbastlers Septass sein werden…unter anderem in Gesellschaft mit Eko Fresh, Nico Suave und diversen Schweizer Rappern.

Und hier gibts die Playlist zur Show (hier downloaden) vom 18. Februar…

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Kunstspaziergang zu Bernard Buffet

Frischluft und Kultur quasi in einem Atemzug gabs beim Sonntagsspaziergang mit der Kleinen. Nach einigen knirschenden Schritten im Schnee (Ich liebe das! Auch die Kälte!!) gings straight ins Forum Würth, wo seit Mitte Januar Bilder «Von Nolde bis Buffet» ausgestellt werden – dazu gibts noch eine starke Affenskulptur von Pablo Picasso (La guenon et son petit) und einige Gemälde von Ferdinand Hodler. In erster Linie gabs aber frühe Werke von Bernard Buffet

Allesamt sind Buffets Bilder in der Nachkriegszeit entstanden und zeigen nachdenkliche, oft traurige und meist skurile Menschen. Oder Stilleben, gerne auch mit Fleischbeilage, hier jedoch ’nur‘ mit Messer…

Gut gefallen mir als Ex-Schmierfink Buffets Tag-artigen Unterschriften mit Jahresangabe, die auf jedem Gemälde prominent platziert sind – siehe rechts oben. Da würd man am liebsten wieder selber zur Dose bzw. zum Pinsel greifen, sieht ja alles so einfach aus – ist es aber nicht…

Jedenfalls hatte ich den perfekten Sonntagstrip mit dem charmantesten Bauchwärmer, den ich mir vorstellen kann (meiner Kleinen im Snöggli), einer sehenswerten Ausstellung und einer idyllischen Winterlandschaft.


Stag’s Leap Wine Cellars – Artemis (2005)

Und noch ein Kalifornier. Diesmal ein Cabernet Sauvignon aus dem Napa Valley.