Archiv für August, 2009

Shame – R.I.P.

Wie heute bekannt wurde, verstarb der 27-jährige St. Galler Rapper Shame vergangenen Freitag bei einem tragischen Schiessunfall. Nachdem ich erstmals leer schlucken musste, habe ich im Bounce-Archive gekramt und mir das Shame-Interview vom vergangenen Sommer nochmals angehört (download hier). Mein Beileid geht an alle Angehörigen und Freunde. Bleibt zu hoffen, dass die Medien das Ganze jetzt nicht zu einer Krasser-Rapper-hantiert-mit-Gewehr-Story zusammendichten. Ich jedenfalls bin froh, dass ich mein Sturmgewehr inzwischen los bin und möchte nochmals an den Track «Stgw90» von Bensch erinnern, dessen Aussage gut zur Situation passt.

PS: Das Video könnte auch nachträglich als Hommage an Shame interpretiert werden, pflegte doch dieser mit seiner Crew Double-T Fam regelmässig Guerillia-Gigs in St. Gallen abzuhalten – von der Ladefläche (oder Anhänger?) eines Pickups aus.

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Ed Hardy – Die Pest greift um sich

Und das Grauen nimmt kein Ende: Nachdem nun auch Herr und Frau Schweizer auf den ohnehin dämlichen Ed-Hardy-Trend aufgesprungen sind und sich mit hässlicher, unorigineller Massenware eingedeckt haben, gibts den Schund nun sogar als Energy-Drink:

Ed-Hardy_CoopDass Energy-Drinks den erwünschten Werbeeffekt nicht immer erfüllen, hat eine bekannte Basler Rapband 2007 mit ihrem Brandrena-irgendwas-Drink bewiesen. Da setzt man doch lieber auf sexy Verkaufsstände im Baumarkt (danke fürs Bild, Hörmen;):

Ed-Hardy_BaumarktWann nimmt das Grauen endlich sein Ende? Immerhin haben die Buffalo-Schuhe und Von-Dutch-Caps ihre würdigen Nachfolger gefunden. Ich befürchte jedoch weitere schandvolle Attacken aus dem Hause Ed Hardy…Was meint ihr, kommt als nächstes?


TripleNine-News: CD ist da, Video vom JKF

Hurra, hurra, die CD die ist da: Heute ist das brandneue TripleNine-Album «Dräggig» eingetroffen. Hier das Beweisbild:

Draeggig_ist_daZu kaufen gibts das Teil erstmals am 09.09.09…und zwar mitten in Basels Innenstadt: Wir werden am besagten Mittwochabend auf dem Barfi sein und CDs verkaufen. Voraussichtlich werden wir dann auch Videoclip-Aufnahmen machen – und zwar mit Eurer Beteiligung.

Die Kollegen vom Infamy-Blog haben übrigens noch ein sexy Video von unserem JKF-Gig am Samstag online gestellt…ich Schlafmütze habs erst heute bemerkt. Danke an dieser Stelle!

Danke an alle, die da waren und für das standesgemässe Ambiente gesorgt haben! Wir erwarten Euch am 09.09.09 auf dem Barfi;)

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Nas liebt mich! Impressionen aus Orpund

Freestyle und D-Stroy überzeugten, Samys Auftritt war Geschmackssache aber solid wie gewohnt, Psycho Realm waren da…dank einem bestens aufgelegten B-Real und Nas bot einen gefeierten, aber keineswegs überzeugenden Auftritt. So das Kurzfazit des ersten Abends des schon von Beginn an ausverkauften Royalarena-Festivals, welches heuer das Zehnjahres-Jubiläum feiert – herzliche Gratulation!

Den Auftakt des Programms verpassten Simon, mein Bounce-Mitmoderator, und ich leider. Die Badener Combo LDDC, musste ihren Auftritt jedoch ohnehin auf Samstag verschieben, da Nas mit kompletter Liveband angerückt ist und sich der Nas-Soundcheck so in die Länge zog. Hektische Momente für das Royalarena-OK. Diese wussten nämlich nichts davon (falscher Stagerider erhalten). Stress für die Organisatoren, Glück für LDDC, denn am Freitag das Festival zu eröffnen ist eher eine Strafaufgabe denn eine Ehre: Die Leute kämpfen um ihre Zeltplätze und danach wird erstmals gefeiert…erst später steht dann die Musik im Mittelpunkt.

So trudeln wir also erst während des Gigs der beiden Arsonists-Rapper Freestyle und D-Glay. Obwohl sich die beiden nach unbestätigten Aussagen erst in Orpund zum gemeinsamen Auftritt getroffen haben und der Auftritt demenstprechend improvisiert war, lieferten die beiden eine der überzeugendsten Leistungen des Abends – und zwar weil Freestyle und D-Stoy hervorragende, routinierte Rapper sind, die auch spontan miteinander harmonieren, vor allem aber auch, weil die beiden unglaublich charismatisch und sympathisch rüberkamen und das Publikum so in Kürze im Sack hatten. Erwähnt sei an dieser Stelle auch das geschichtsträchtige Zusammentreffen von Freestyle und Artsonists-Kollege Q-Unique vor einigen Jahren (2005?). Scheinbar ist Orpund das ideale Pflaster zur Arsonists-Zusammenführung.

Samu Deluxe rückte ebenfalls mit Liveband an und lieferte einen grundsoliden Gig, soviel ich mitbekommen habe. Wie auf seinem neuen Album «Dis wo ich herkomm» präsentiert sich Samy nun auch live von einer ruhigeren und musikalischeren (um nicht zu sagen softeren;) Seite. Was beim Publikum offensichtlich gemischte Gefühle auslöste: Die einen feierten den neuen, zum Musiker und Sänger gemauserten Rapper, andere vermissten den alten Samy mit seinen krassen Battlelyrics und kranken Freestyles. Dass Samy aber nach wie vor zu den Besten der Besten in Deuschland gehört, ist nicht zu überhören – dermassen locker schückelt der Hamburger seine Flows aus dem Hemdärmel. Und mit dem ASD-Track «Sneak Preview» über dem Yvan-Brett hatte Samy bei der letzten Zugabe das ganze Publikum hinter sich.

Dass Psycho Realm nach Samy Deluxe die Hauptbühne rocken durften, verwunderte. Zumal Samy eindeutig mehr abging in hierzulande den grösseren Namen hat, als die Crew aus dem Umfeld von Cypress Hill-Rapper B-Real. Dieser wird wohl auch vertraglich dafür gesorgt haben, dass seine Jungs entsprechend zum Zug kommen. Während Psycho Realm durchaus die Hardcore-Fraktion begeistern konnte, hatte B-Real im Anschluss leichtes Spiel, die gesammte Crowd hinter sich zuscharren: Bepackt mit Cpress Hill-Hits und einem neune Soloalbum präsentierte er sich bestens gelaunt. Auch der dicke Joint durfte natürlich nicht fehlen (ist der Herr nicht langsam zu alt für sein Kifferimage? Da gefällt mir Samy diesbezüglich schon besser).

Nas, unbestrittener Freitags-Headliner, liess das Publikum zuerst eine Weile warten, bis er sich – umgeben von Bodyguards und einer skurrilen High-Heels-Schlampe – auf die Bühne bequemte. Im schlepptau seine Live-Band: Ein crazy Haufen von Hipstern in Rüeblihosen (oder gar Leggins?) und ausgefallenen Outfits, die ähnlich daherkommen wie die Black Eyed Peas. Ihr exzentrisches Aussehen übertünchte meiner Meinung nach auch ihre musikalische Leistung auf der Bühne. Diese kam – abgesehen von übertrieben wirkenden Showeinlagen – überhaupt nicht zum Zug, wurde gar oft vom Playback-Beat verdrängt. So ist eine Liveband keine Verstärkung. Da gefiel mit Nas ohne Band in Winterthur wesentlich besser. Zumal er damals auch sattelfester war: Zu oft wirkte der Star des Abends verunsichert und vergass seinen Text (was er, Profi wie er ist, perfekt cachierte). Schade auch, dass viele Hits wie etwa «Affirmative Action» verfrüht abgebrochen wurden – ein musikalischer Koitus Interruptus sozusagen.

Selbstverständlich überzeugte Mr. Escobar phasenweise durchaus, auch zeigte er  (der nach dem Kelis-Schlamassel weniger zu lachen hat, als auch schon) sich immer wieder nahezu sympathisch und publikumsnah…auch wenn Sätze wie «I love everyone of you» reichlich abgedroschen wirken. Aber hey: Nas liebt mich…das Weekend ist gerettet! Gründlich in die Hose ging der Show-Abschluss mit einer (fast) Accapella-Version von «One Mic», lediglich begleitet vom Percussionisten. Nas vergiess bereits nach wenigen Lines den Text und fand erst nach langem hin und her wieder ins Lied. Schade, dass die Hühnerhaut diesmal nicht vom sonst so starken Track, sondern von der miserablen Vorstellung hervorgerufen wurde. Eine Hühnerhaut des Grauens. Nach einem 15-minütigem Abgang, liess sich Nas doch  nochmals für zwei (oder drei?) Tracks auf die Bühne bewegen und sorgte für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss seiner durchzogenen Darbietung.

PS: Heute Samstag bin ich leider nicht in Orpund: Der JKF-Gig steht an. Ich hoff wir sehen uns pünktlich um Mitternacht auf dem Theaterplatz Basel.

PPS: Videos der oben geschilderten Auftritte folgen später an dieser Stelle.


TripleNine in der Basler Zeitung: «Viele Köche veredeln den Brei»

Folgender Artikel in der Basler Zeitung hat mir heute eine leichte Schamesröte und ein breites Grisen ins Gesicht gezaubert:

090820_BaZ_TripleNine_BreiVeredeln1Besser zu lesen in der Basler Zeitung von heute;)


Das ist MEIN Velo, ja MEINS, nicht DEINS!

Eine Velokontrolle der ungewöhnlichen Art musste ich gestern Abend über mich ergehen lassen – und zwar nicht von der Polizei oder durch eine SVP-Bürgermiliz: Nach einem schweissgetränkten Arbeitstag inklusive Pendeln nach Zürich (das neue DRS Virus-Studio ist super…Bounce wird nun noch besser!) und einer Begegnung mit einem geschätzten Zürcher Rapkollegen (der heute gemäss seinem FB-Status mit Grippe zu Hause sitzt…damn), nach diesem Arbeitstag also fahr ich nichts ahnend mit meinem geliebten BMC-Rennbike durchs Gundeli. An der Ecke Solothurnerstrasse/Güterstrasse kommen mir zwei etwa gleichaltrige, aber nicht ganz so coole, Velofahrer entgegen – offensichtlich ein Päärchen, sie mit extreeeem hässlichem Mountainbike.

Plötzlich springt er mit einer Hechtrolle von seinem Secondhand-Velo, das er mitten auf der Strasse liegen lässt, und wirft sich mir in den Weg. Ich kapier zuerst gar nicht, dass es der Wahnsinnige auf mich abgesehen hat. Was sich aber rasch ändert, als er mein Bike zu betatschen beginnt und mich vergiftet mit Fragen bombardiert wie «Ist das dein Velo?» oder «Wo hast du das her?». Natürlich bleib ich gelassen wie ein bekiffter Berner und liefer bereitwillig, ja gar gelassen alle Daten zu meinem BMC-Bike. Freund und Freundin bleiben aber skeptisch und untersuchen mein Schätzchen so genau, als würden sie Fingerabdrücke auf der Velokette suchen.

Langsam begreife ich, beziehungsweise die beiden sagen mit, dass mein Bike gar kein Unikat sei (ich bin bestürzt und traurig), und die Dame auch so ein BMC besitzt…hatte. Es wurde ihr vor zwei Wochen gestohlen. Als sie an meinem Drahtesel aber nicht die vertrautren Kratzer im Lack finden, lassen sie mich ziehen. Ich grinse. Die hat das hässliche Mountainbike verdient, wenn sie nicht mal zu ihrem Velo schauen kann.

Hier noch ein Bild aus idyllischeren Zeiten von – oder eher mit – meinem Lieblingsvelo…Du musst es nur finden:

03062009987Aus aktuellem Anlass küre ich MEIN Velo zum Bike des Tages. Ja, MEINS!


TripleNine sucht Streetdealer – Vorabtrack online!

Draeggig_3D_NEWSTREET_transparentAb jetzt gehts Schlag auf Schlag: Seit Montag ist ein erster Vorabtrack zum Album online, am Sa. 22. August rocken wir um Mitternacht den Theaterplatz am JKF in Basel, am 5. September findet die erste «TripleNine Nite» in der Kuppel statt und am 09.09.09 erscheint schliesslich das neue TripleNine-Album «Dräggig».

Wer mithelfen möchte, das Teil unter die Leute zu bringen, kann die Alben für je 10 Franken bei TripleNine beziehen und nach eigenem Ermessen weiterverkaufen. Empfohlener Preis für den Weiterverkauf: 15-20 CHF. Es müssen mindestens 5 CDs bezogen werden. Wer interessiert ist, kommt entweder am Mittwochabend, den 09.09.09, auf den Barfi in Basel zur öffentlichen Listening-Session oder am Donnerstag 10.09.09 in die Kuppel Basel. Natürlich kannst Du uns auch per Mail kontaktieren. Gegen Vorauskasse versenden wir die Alben auch per Post. Genauere Infos gibts laufend auf www.triplenine.ch oder via Twitter.